Der ostfriesische Nationalsport Boßeln ist ab Montag wieder in vollem Umfange erlaubt. Das geht aus einer neuen Verordnung zur Änderung der Niedersächsischen Verordnung über Infektions schützende Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie hervor, die die Niedersächsische Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann heute, Freitag, erlassen hat.
Maßgeblich beteiligt an der Freigabe des Boßelsports war natürlich ein Ostfriese: Wiard Siebels aus Aurich, der seit 2008 als Abgeordneter für den Wahlkreis 86 Aurich im Niedersächsischen Landtag sitzt und seit 2017 der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion ist. Der Boßelverband wurde bereits über die bevorstehende Lockerung informiert.
In der geänderten Verordnung heißt es jetzt: „Abweichend von Satz 2 dürfen zur körperlichen und sportlichen Betätigung im Freien Gruppen zusammenkommen, wenn diese durch eine Trainerin oder einen Trainer angeleitet werden und ein Abstand von mindestens 2 Metern jeder Person zu jeder anderen teilnehmenden Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, eingehalten wird.“
Weiter heißt es dort, dass die Sportausübung zulässig sei, wenn diese kontaktlos zwischen den beteiligten Personen erfolge, Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen – insbesondere in Bezug auf gemeinsam genutzte Sportgeräte – durchgeführt werden, beim Zutritt zur Sportanlage Warteschlangen vermieden werden und Zuschauerinnen und Zuschauer ausgeschlossen seien; die Zahl der aus Anlass der Sportausübung tätigen Personen wie Trainer, Betreuer und Physiotherapeuten müsse auf das erforderliche Minimum vermindert werden.
Wiard Siebels freut sich, dass es ihm gelungen ist, diese Regelung eigens für den ostfriesischen Traditionssport Boßeln in die Verordnung zu bekommen. Damit herrsche jetzt auch Rechtssicherheit, was erlaubt und was verboten ist. Bosseln sei schließlich ein klassischer Outdoor-Sport, bei dem es kaum Berührungen unter den Spielern gebe. Die Abstands- und Hygiene-Bestimmungen müssten dennoch eingehalten werden.